JG27
2026
Bern BE
Direktauftrag
Privat
Ruch & Partner Architekten AG, St. Moritz
Damian Poffet
Nach einer intensiven Auseinandersetzung mit der Entstehungsgeschichte der Liegenschaft und einer längeren Planungsphase, wurde die Wohnliegenschaft Junkerngasse 27 in Bern zwischen Januar 2024 und März 2026 umgebaut und saniert.
Die Gebäudestruktur entspricht der klassischen Typologie der Bauten zwischen Junkerngasse und Matte-Quartier: Vorderhaus, Hinterhaus und eine vorgelagerte, terrassierte Gartenanlage. Eine raumhaltige Verbindungslaube verbindet das Vorder- und das Hinterhaus. Der Innenhof ist räumlich mit dem Hof der Nachbarparzelle verbunden.
Die bauhistorische Untersuchung hat die heute vorhandene Grundstruktur auf anfangs 17. Jh. (Hinterhaus) und anfangs 18. Jh. (Vorderhaus) datiert. Um 1830 datiert die Verbindungslaube und die Aufstockung des Hinterhauses. Die letzte grössere Umbauetappe fand 1946 statt. Seither wurden keine wesentlichen Eingriffe mehr vorgenommen und der Unterhalt wurde- obwohl die Liegenschaft dauerhaft bewohnt wurde, stark vernachlässigt.
Die vorhandene Grundrisstypologie und die Raumhierarchien wurden beim Umbau respektvoll behandelt, jedoch punktuell leicht und den heutigen Wohnbedürfnissen entsprechend angepasst. Durch den Ausbau der beiden Dachgeschosse, sowohl im Vorder-, wie auch im Hinterhaus konnten zwei attraktive Maisonette- Wohnungen geschaffen werden. Im Hinterhaus wurde zudem das Gartengeschoss und das Erdgeschoss zu einer Wohneinheit über zwei Geschosse zusammengefasst. Die in den 1940er Jahren entstandene Grosswohnung im 1. Obergeschoss, welche sich über beide Hausteile erstreckt wurde bewusst beibehalten. Das separate Zimmer im Erdgeschoss des Vorderhauses wurde zu den Lauben hin geöffnet und kann heute wieder als Laden- oder Bürolokal vermietet werden.
Die noch vorhandenen historisch wertvollen Elemente und Oberflächen wurden sorgfältig restauriert, teilweise innerhalb des Hauses versetzt oder wo fehlend, durch bauzeitlich passende Bauteile aus dem Depot Hofwil der kantonalen Denkmalpflege ergänzt. Die zahlreichen Feuerstellen und Öfen wurden sorgfältig restauriert und sind allesamt wieder funktionstauglich. Sämtliche Parkettböden wurden ausgebaut, die Geschossdecken akustisch, statisch und brandschutztechnisch ertüchtigt und anschliessend wieder eingebaut. Ein Teil der Fenster konnte saniert werden. Alle übrigen Fenster wurden nach historischem Vorbild nachgebaut. Dank dem Einsatz von Vakuum- Verglasungen konnten die Anforderungen des geltenden Energiegesetzes mit den denkmalpflegerischen Grundsätzen in Einklang gebracht werden. Die Fassade der Verbindungslaube wurde komplett rückgebaut in Holzbauweise neu konstruiert und einheitlich neu gestaltet.
Sowohl die Gassen-, wie auch die Gartenfassade mussten aufwändig saniert werden. Insbesondere die rohe Sandsteinfassade zur Junkerngasse hin wies grosse Beschädigungen und Verunreinigungen auf. Durch Reinigung, Ersatz oder Reprofilierungsarbeiten wurde diese mit viel Aufwand wieder in Stand gesetzt.
Die beiden oberen Gartenebenen wurden komplett neu gestaltet und können von der Gartenwohnung privat genutzt werden.
2026
Bern BE
Direktauftrag
Privat
Ruch & Partner Architekten AG, St. Moritz
Damian Poffet